Ich war etwa sieben oder acht Jahre alt als mich mein Vater in den Kegelclub mitgenommen hat. Nach dem Training ging er mit seinen Vereinskollegen noch ein Bier trinken. Als wir das Restaurant betreten haben, war ich total Überwältigt. Es war für die damalige Zeit ultra modern eingerichtet. An der Decke hing ein Beamer aus dem 3 Röhren schauten und die Serie Star Trek an eine Leinwand projizierten. Ich blieb mit offenem Mund stehen. Als ich Captain Kirk in Aktion sah, wusste ich, dass ich ein Trekkie bin. Ich war und bin völlig fasziniert von der futuristischen Technologie wie Kommunikatoren oder das Beamen, das ich damals als kleiner Bub auf der Leinwand sah. Damals wusste ich noch nicht, dass solche SciFi Serien auch Wissenschaftler träumen lassen. So war der Kommunikator von Captain Kirk Vorbild des Motorola Razr. In einer späteren Serie kamen die Replikatoren ins Spiel. Mit ihnen konnte man Speisen und Getränke replizieren.

Moderne 3D Drucker seien die Vorläufer eben solcher Replikatoren, heist es in vielen Fachzeitschriften. Es ist heute schon möglich eine Pizza aus dem 3D Drucker zu zaubern. Und nun können schon ganze Häuser «gedruckt» werden.

Was hat das alles mit Digitalisierung zu tun?

Diese Technologien werden unseren Alltag fundamental verändern. Und es braucht Leute, die den entsprechenden Weitblick haben um dies zu Verstehen und für ihr Unternehmen zu nutzen.

Erst kürzlich konnte ich die Digitale Strategie eines Unternehmens in der Badezimmerbranche studieren. Sie setzen voll auf Virtual Reality und möchten so ihren Kunden das Badezimmer virtuell Zeigen, bevor es dann tatsächlich produziert und eingebaut wird. Als Digitale Strategie ist das ok, aber meiner Meinung nach fehlt da ein wenig Fantasie. Was wenn man das Badezimmer gleich auch noch vor Ort drucken könnte?

Auch kürzlich verfolgte ich eine Sendung im Fernsehen, bei der eine Uni versucht Motorenteile aus dem 3D Drucker zu produzieren. Als ich ein paar Wochen später, bei einem Dinner, einem befreundeten CEO eines Motorenherstellers davon vorschwärmte, hat er zwar interessiert zugehört, dann jedoch gefragt, wie denn das Geschäftsmodell aussähe. Dann würden sie nun neu Drucker anstatt Motoren verkaufen?

Genau dasselbe Problem hatte Nikola Tesla, als er versuchte Strom durch die «Luft» zu schicken und für jedermann zugänglich zu machen. Teslas Geschäftspartner verstanden es nicht und sagten, dass sie mit dem Verkauf von «Antennen» nicht genügend Geld machen könnten und haben ihm somit den Geldhahn zugedreht.

Das Geschäftsmodell der im 3D Drucker produzierten Gütern liegt meiner Meinung nach in den Lizenzen. Kombiniert man das mit «digital rights management» kann man für einen gewissen Betrag das bezahlte Gut x-mal drucken oder replizieren.

Münzt man das nun in eine Digitale Strategie beim Badezimmerhersteller um, ergeben sich plötzlich enorme Potentiale. Design und Know-How kommt aus der Schweiz, aber produziert werden kann überall auf der Welt. Es müssen ja nur Daten über eine Leitung an einen 3D Drucker geschickt werden. Und schon kann man auch Käuferschichten erreichen, die bis anhin als unerreicht galten. Ausserdem skaliert das Businessmodell beliebig, denn Lizenzen sind virtuell und können per Knopfdruck zugewiesen werden.

Natürlich weiss ich, dass das alles Zukunftsmusik ist und dass manche sagen ich sei ein Träumer. Aber wie Motorola Razr und 3D Drucker beweisen: I'm not the only one.

Raum für solche Träume, Innovationen und spannende Gespräche findet ihr hoffentlich bald bei uns im MyWigWam. Einfach anmelden unter http://www.mywigwam.ch

Fürs MyWigWam Team

 

Bojan

Ähnliche Einträge

0 Kommentar(e)